Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, immer ruhig zu sein
Viele Menschen verbinden ein reguliertes Nervensystem mit Entspannung. Mit Ruhe, Gelassenheit und möglichst wenig Spannung.
So funktioniert der Körper jedoch nicht.
Unser autonomes Nervensystem ist dafür gemacht, auf das Leben zu reagieren. Es schwingt zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Anspannung und Entspannung.
Problematisch ist nicht die Spannung. Problematisch ist, wenn der Körper nicht mehr zuverlässig zurückfindet.
Wenn Rückkehr nicht mehr gelingt
Viele Symptome entstehen nicht durch „zu viel Stress“, sondern weil der Weg zurück in den Ruhe- und Regenerationsmodus blockiert ist.
Das zeigt sich zum Beispiel durch:
innere Unruhe, Erschöpfung, anhaltende Spannung in Schulter & Nacken, Schlafprobleme, Herzklopfen und Gedanken, die nicht mehr zur Ruhe kommen.
Der Körper bleibt in Bereitschaft, auch wenn eigentlich nichts mehr gehalten werden müsste.
Viele von uns leben heute in einer Art Dauerspannung, stehen permanent unter Strom. Der Körper bleibt im „An-Modus“, auch wenn eigentlich nichts mehr getan werden muss.
Regulation bedeutet dann nicht, noch etwas zu leisten, sondern den Stecker wieder ziehen zu lernen:
in Verbindung mit sich selbst zu gehen, den Körper zu spüren, einen Moment innezuhalten und ein ehrliches Check-in zu machen.
So wird Rückkehr möglich, zur eigenen Mitte, in Ruhe und in den natürlichen Regenerationsmodus des Körpers.
Regulation heisst: angemessene Spannung
Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht Entspannung. Es bedeutet, für das, was gerade gefragt ist, genug Aktivierung zu haben und danach wieder zur Ruhe zu kommen.
Nicht durch Kontrolle.
Nicht durch Technik.
Sondern im eigenen Rhythmus.
Warum der Körper den Weg vorgibt
In meiner Arbeit steht nicht der Kopf und dein Verstand im Vordergrund, sondern der Körper.
Wenn der Körper zur Ruhe kommt,
– wird der Atem tiefer
– sinken die Schultern
– wird der Bauch weicher
– beruhigt sich der Herzschlag
– lassen Gedankenschleifen nach
Der Verstand wird ruhiger, weil der Körper nicht mehr alles halten muss.
Zurückfinden statt „machen“
Regulation ist kein Training. Nichts, was man richtig machen muss.
Es geht darum, dem Körper wieder zu ermöglichen, Spannung abzubauen und Spannung loszulassen.
Nicht dauerhaft ruhig zu sein. Aber verlässlich zurückzufinden.
Fazit
Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, immer ruhig zu sein.
Es bedeutet, dem Leben begegnen zu können und danach wieder bei sich anzukommen.
Herzlich,
Deborah
